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Jaki Liebezeit

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CAN Schlagzeuger Jaki Liebezeit im Alter von 78 Jahren gestorben

 

Gronau / 23.01.2017. Seine ersten Erfolge feierte Liebezeit in der Welt der Jazzmusik. In Spanien, Barcelona, spielte er in den frühen 60er Jahren mit dem Pianisten Tete Montoliu und dem Trompeter Chet Baker. Als er Ende der 60er Jahre nach Westdeutschland zurückkehrte arbeitete er mit dem Manfred-Schoof-Quintett und dem Globe Unity Orchestra zusammen.
1968 ist die Geburtsstunde von „Can“ - der Band, die zahlreiche Musiker im In- und Ausland bei ihrer Arbeit inspirieren sollte. Gemeinsam mit Holger Czukay, Irmin Schmidt und Michael Karoli kreierte Liebezeit einen avantgardistischen Sound, der sich zwischen Free Jazz und innovativen Krautrock- und Psychedelic-Rock-Elementen bewegte. Das Inner Space Tonstudio in Weilerswist bei Köln diente der Band als Kreativschmiede. Es befindet sich heute im rock’n’popmuseum in Gronau und kann besichtigt werden.

 

Jaki Foto: Jaki Liebezeit (ganz links) vor dem Rohbau des rock'n'popmuseums, 2002.

 

Ende der 70er Jahre wurde Liebezeit von Köln aus häufig als Studiomusiker gebucht. So arbeitete er für Gianna Nannini, Eurythmics, Depeche Mode, Pascal Comelade oder Brian Eno. Auch an dem Erfolg des Liedes „Goldener Reiter“ von Joachim Witt hatte er Anteil.
Seit den 80er Jahren widmete er sich einem besonderen Projekt, den „Drums Off Chaos“. Dabei spielen auf abstrakte Weise mehrere Trommler ihr Instrument auf sehr hohem Niveau. Es folgte sein Einstand bei der Band „Club of Chaos“, die sich sieben Jahre später auflöste.
2002 veröffentlichte Liebezeit gemeinsam mit dem Musiker und Produzenten Burnt Friedman das Album „Secret Rhythms“. Es folgten zwei weitere Alben der Formation, mit der er bis zu seinem Tod auftrat.

Das musikalische Erbe von „Can“ bleibt jedoch unangefochten. Eine Wanderung durch die Musikgenres der letzten dreißig bis vierzig Jahre zeigt, dass sie immer wieder für Größen der Rockmusik, deutsche Bands der siebziger Jahre als Vorbild zählten. Interessanter noch, der Name CAN wird ausgesprochen häufig genannt.
Ein Phänomen nicht von ungefähr, denn so manche Musikerkarriere zehrte von den Einflüssen ihrer Werke. Ihr Stellenwert und Einfluss auf nachfolgende Musikergenerationen ist mindestens ebenso wichtig wie der von The Beatles, The Rolling Stones, Velvet Underground oder Jimi Hendrix. War es 1977 der Sex Pistols Frontmann John Lydon, der CAN für seine Musik als bedeutend hervorhob, gesellten sich bis heute eine ganze Schar von ernstzunehmenden Musikern dazu, darunter David Bowie, Brian Eno, Ultravox, The Orb, Stereolab und Sonic Youth. Letztere bezeichneten CAN als Weckruf, ja sogar als Initiation ihrer Zukunft.
 

 

 

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48599 Gronau
Tel. +49 2562 8148-0

 

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